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Ach Guido - Unentschieden gegen Kirchberg 1

Jörg als Freiherr von Münchhausen, Fabian mit Aufwärtstrend und Guido am Boden. Das Spiel gegen Kirchberg bot spannende Partien und ein Resultat, mit dem sich Leben lässt.

 

Der Rückblick:

Das Meisterschaftsfinale 12/13 war uns noch präsent, als wir in Guidos Limousine Richtung Kirchberg rollten. Nach einem 1:5 Rückstand drehten wir die Party und holten noch ein entscheidendes Unentschieden – es brachte uns den wenig beachteten Titel des 3. Liga-Meisters ein. Jedoch: das Unentschieden war glücklich. Wir gewannen vier Spiele im fünften Satz. Kirchberg gewann mehr Sätze und war dem Sieg näher.

 

Einordnung:

Nun trafen wir in der 2. Liga wieder aufeinander. Das Spiel war ungleich wichtiger. Es ging nicht bloss um die „Ehre“, sondern um den Verbleib in der 2. Liga. Kirchberg kämpft wie Royal 1 gegen den Abstieg. Wir einigten uns auf das Minimalziel Unentschieden.

 

Der Spielverlauf:

Der Start verlief besser als im Meisterschaftsfinale. 2:1 für Royal. Die zweite Runde war – wie im Meisterschaftsfinale – ein Desaster. 0:3 gegen Royal. Das Doppel brachte – wie im Meisterschaftsfinale – die Wende. Die Schlussrunde ging – wie im Meisterschaftsfinale – an uns. Jedoch bloss mit 2:1, so dass am Ende – wie im Meisterschaftsfinale – ein Unentschieden herausschaute. Immerhin: Das Unentschieden schien dem Spiel gerecht zu werden. Das Satzverhältnis war ausgeglichen, beide Teams waren nahe am Sieg – und nahe an der Niederlage.

 

Die Einzelkritiken:

Jörg, der Fuchs

Zuerst gewann er in fünf Sätzen gegen Ramon Sprecher, welcher sich in Topform präsentierte. Jörg wehrte mehrere Matchbälle ab. Unter anderem mit einem Ball, der noch Haarscharf die Kante streifte. Im zweiten Spiel ging er gegen Philipp Oswald völlig unter. 0:3 – Jörg hatte nicht den Hauch einer Chance. Jörg: In der Kommentarspalte kannst Du mich eines besseren belehren. In der letzten Runde dann das gleiche Bild wie im ersten. Jörg lag im fünften Satz hinten, nahm aber im richtigen Moment ein Time-out. Nach gefühlten zwanzig abgewehrten Matchbällen drehte er das Spiel und gewann, sehr zum Missfallen von David Lips.

 

Fabian mit Aufwärtstrend.

Der Abend fing für mich gut an. Gegen Lips, gegen den ich im Meisterschaftsfinale trotz ansprechendem Spiel sang- und klanglos verlor, vermochte ich dieses Mal in drei Sätzen zu gewinnen. In der zweiten Runde verlor ich gegen einen clever und sicher aufspielenden Ramon Sprecher in vier Sätzen. Nach zwei ausgeglichen Sätzen war ich in den Sätzen drei und vier aber relativ chancenlos. Dies, obwohl ich während des Spiels eigentlich immer an den Sieg glaubte. Das Spiel gegen Oswald brachte ich schliesslich relativ souverän nach Hause (3-1).

 

Guido am Boden.

In der Tischtennisszene kursiert seit neuem das Verb „verguidoen“. Sprich: Einen sicher geglaubten Sieg doch noch zu verspielen. Guido hat gleich sämtliche drei Einzel verguidoet. Er verspielte zwei 2:0 und eine 2:1 Satzführung (gegen Lips). Wir schlagen vor: Aromatherapie, Pendelmeister oder Hand auflegen.

 

Die Noten:

Jörg: 4-5. Die tiefe Note mag angesichts von zwei Siegen erstaunen. Jörg darf sich aber trotz der fulminanten Frühform nicht einfach zurücklehnen. Der Grad zwischen Sieg und Niederlage war gegen Kirchberg schmal. Im Spiel gegen Sprecher so ziemlich genau einen Millimeter. Zweimal musste Jörg Matchbälle abwehren, einmal war er meilenweit vom Sieg entfernt. Angesichts des Dusels wäre da übertriebenes Lob fehl am Platz. Psychologisch war es aber eine Meisterleistung.

 

Fabian: 5. Nach einem äusserst schwachen Saisonstart zeige ich einen Aufwärtstrend. Die gute Note soll mich ein wenig motivieren, diesen Weg weiterzuführen. Ich gewann zwei Spiele relativ souverän und habe mich auch im Doppel mit Guido insgesamt ansprechend gespielt. Steigerungsmöglichkeiten sind noch vorhanden.

 

Guido: 3. Wer sämtliche Einzel verliert hat eigentlich eine noch schlechtere Note verdient. Für Guido spricht aber, dass sämtliche Spiele äusserst knapp waren. Zudem hat er im Doppel wirklich gut gespielt und entscheidend zum Sieg beigetragen. Dennoch: Am Schluss zählen nur die Resultate. Und diese waren gegen Kirchberg ungenügend. Mit der Note drei ist er noch gut bedient.

 

Die Gegner:

Sprecher:

Sehr gut in Form. Verlor gegen Jörg nur mit sehr viel Pech, gegen Guido gewann er dafür mit etwas Glück. Gewann gegen mich relativ deutlich. Er hat ein sicheres Spiel und eine hohe Spielintelligenz. Ihm fehlen vielleicht die zwingenden Schläge. Er nutzt sein Potenzial momentan ziemlich gut aus. Note: 5-6

 

Oswald:

Im Volksmund: Der Noppenkiller. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten gegen Guido spielte er sehr stark. Er gewann gegen Jörg deutlich, verlor aber gegen mich doch ziemlich klar. Er ist die Antithese zu Sprecher. Harter, gut-platzierter Topspin, dafür wenig Sicherheit und wenig Spielwitz. Note 5

 

Lips:

Wenn es ihm läuft, dann ist er kaum bezwingbar. Im Meisterschaftsfinale hatte ich gegen ihn nicht den Hauch einer Chance. Dieses Mal lief es ihm anfänglich weniger gut. Nach der 3:0 Niederlage steigerte er sich aber beachtlich. Lips verlor knapp gegen Jörg und gewann knapp gegen Guido. Sehr guter Vorhand-Topspin und je nach Form auch eine gute Rückhand. Er ist wohl der Spieler mit dem grössten Potenzial von Kirchberg 1. Er spielt aber noch zu unkonstant. Note 4-5

 

Softfaktoren

Kirchberg 1 ist eine sehr sympathische Mannschaft. Die drei Jungs verbinden Lockerheit mit Ehrgeiz auf eine ideale Weise. Sie verhalten sicht stets äusserst fair und sind auch neben dem Tisch sehr höflich. Vielleicht würde ihnen ein bisschen Extravaganz gut tun. Bezüglich des Kleidungsstils gibt es noch Optimierungspotenzial.

Kommentare: 5 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    gg (Mittwoch, 23 Oktober 2013 17:41)

    Danke für die milde Kritik. Nur die Note für Jörg ist viel zu tief. Ich schlage eine 5-6 vor. Ein zusätlicher Bonuspunkt für den eleganten Style.

  • #2

    Jörre (Mittwoch, 23 Oktober 2013)

    Nein, das 4e ist o.k. Man hat ja Ansprüche und gespielt hab ich nicht wirklich gut. Und in Form bin auch ich nicht wirklich. Übrigens dein bester Artikel bis auf eine Sache: warum lüge ich? Oder was ist der Sinn des Münchhausenvergleichs?

  • #3

    F1. (Mittwoch, 23 Oktober 2013 22:38)

    Münchhausen hat sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen. Wie Du gegen Kirchberg.

  • #4

    Jörre (Donnerstag, 24 Oktober 2013 08:13)

    Aha, trotzdem gewagtes Stilmittel.

  • #5

    noppenschlucker (Mittwoch, 30 Oktober 2013 09:42)

    schöner beitrag! ...da kommt doch der journalist aus dir raus...hahaha

    nur zwei kleine fragezeichen zum beitrag: wenig sicherheit und wenig spielwitz??????? dachte habe viel sicherheit...

    und, liebe tischtenniswelt: wie kann ich spielwitz trainieren? will ich das überhaupt, oder bedeutet das nach jedem ball einen schritt zurückzutreten und zu plämperlen? hehe

    war ein cooles match!
    bis bald
    fipu